Was ist eine Familienaufstellung?

Im Familiensystem sind alle Mitglieder auf einer sehr tiefen unbewussten Ebene miteinander verbunden. So übernehmen wir häufig unbewältigte Lebensaufgaben und Probleme sowie negative Einstellungen und Gefühle von Familienmitgliedern, ohne es zu bemerken. Diese Verstrickungen in Schicksale von Personen aus der Familie können zu Lebensproblemen führen und psychische sowie körperliche Beeinträchtigungen verursachen. Denn wir tragen ohne unser Wissen die Last anderer Menschen.

Familiäre Verstrickungen tragen dazu bei, dass Menschen trotz vieler Bemühungen, ihr Verhalten zu ändern, immer wieder die gleichen Fehler machen oder immer wieder ähnliche negative Erfahrungen und schlechte Gefühle erleben, ohne eine ausreichende Erklärung dafür zu finden.

In der Familienaufstellung werden belastende familiäre Beziehungsgeflechte dargestellt. In der Dynamik des entstehenden Prozesses werden die Hauptprobleme, die sich aus der Familienkonstellation ergeben, aufgespürt, erlebbar gemacht und gelöst.

 

Was beinhaltet eine Einzelaufstellung?

Ursprünglich wurden Familienaufstellungen ausschließlich als Gruppenveranstaltungen durchgeführt. Die Gruppenteilnehmer stehen dabei als Stellvertreter in der Aufstellung zur Verfügung. Etwas später haben sich jedoch auf Formen und Methoden herausgebildet, wie mit Familienaufstellungen und systemischen Strukturaufstellungen in der Einzelarbeit, also zum Beispiel im Rahmen einer Psychotherapie oder einer Beratung, gearbeitet werden kann.

Bei einer Familienaufstellung in der Einzelarbeit arbeiten wir nicht mit Personen als Stellvertretern. Die Beziehungen im Familiensystem werden als Bodenanker mit Papier auf dem Boden markiert. Der Klient oder die Klientin geht dann selber in die Stellvertretung, zunächst für sich selbst, dann aber auch für alle anderen Positionen. Wir spüren dann dem nach, was in jeder Wahrnehmungsposition empfunden werden kann. Auch hier werden so die seelischen Bewegungen und Unterströmungen einerseits erfahrbar gemacht und andererseits werden Lösungen deutlich.

 

Was versteht man unter dem „Wissenden Feld“?

Stellvertreter wissen vorher nichts über die Person oder über das Anliegen für das sie aufgestellt wurden. Dennoch fühlen sie wie es dem Menschen, für den sie stehen, geht.

Ebenso verhält es sich mit den Bodenankern, die beim Einzelstellen ausgelegt werden.

Beim Konzept des Familienstellens  geht man von einem „Wissenden Feld“ aus. Es wird als ein morphogenetisches Feld oder ein energetischer Raum verstanden, in dem ungelöste Erfahrungen und Gefühle gespeichert sind. 

 

Das Aufstellen von Themen und Anliegen

Bei den Aufstellungen können neben den familiären Themen auch Anliegen aufgestellt werden, zum Beispiel wenn es um Entscheidungen geht, ob man einen Arbeitsplatz oder den Wohnort wechselt und vieles andere.

Auch können die Bodenanker verdeckt ausgelegt werden. Das ist insofern hilfreich als dass der Kopf ausgeschaltet ist und man rein nach seinem Gefühl die Anker auslegt. Auch hier findet sich im  „wissende Feld“ der richtige Platz.